Versöhnung

„Ich habe mir nichts vorzuwerfen!“ Wohl dem, der das in allen Lebenslagen von sich sagen kann. Aber gibt es das?

Im Leben jedes Menschen kommen Dinge vor, die er gerne ungeschehen machen möchte und die er bereut, weil er der Versuchung zum Bösen erlegen ist. Es gibt Situationen, in denen es notwendig ist, seine Schuld einem anderen einzugestehen, und in denen Vergebung erbeten und zugesagt werden muss, damit man mit sich und anderen ins Reine kommt. Im Verhältnis zu Gott gilt Ähnliches. Im Vertrauen auf seine in Christus gezeigte Vergebungsbereitschaft gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Das Bußsakrament ist der Ort, an dem die Kirche die Vergebung Gottes ausdrücklich zusprechen und im Zeichen spürbar machen kann, wenn jemand seine Schuld ebenso ausdrücklich bereut und bekennt. Die Sünde ist eine Realität im Leben, ebenso aber auch das bleibende Vergebungsangebot Gottes.


Bußgottesdienst

In den geprägten Zeiten, das heißt in der Advents- und in der Fastenzeit bieten wir Bußgottesdienste für die ganze Pfarreiengemeinschaft in Wittislingen an.

Hier wird Gottes Wort verkündet und ausgelegt. Es dient als Maßstab, den jeder in der Gemeinschaft an sein eigenes Verhalten anlegt. Die Gewissenserforschung des Einzelnen mündet ein in ein von allen gesprochenes Allgemeines Schuldbekenntnis, verbunden mit der Bitte um Vergebung. Überlegungen zur Lebensänderung, bei denen jeder zu einem konkreten Vorsatz kommen sollte. Dank und Fürbitte schließen sich an.

Wer sich so dem Wort Gottes stellt und seine Sünde bereut, darf sich des Vergebungswillens Gottes sicher sein, auch wenn keine individuelle Absolution erfolgt. Im Falle der schweren Sünde hält die Kirche es aber für notwendig, dass ein Christ sein Versagen in der sakramentalen Einzelbeichte zur Sprache bringt und hier Gottes Vergebung erbittet. Aber auch in anderen Fällen bleibt die deutlichere Form individuellen Bekennens und persönlicher Zusage, wie sie die sakramentale Beichte darstellt, sinnvoll.

Was passiert bei der Beichte

Der Beichtende, der seine Schuld aufrichtig bereut, bekennt gegenüber einem Priester seine Sünden. Der Priester zeigt Wege der Umkehr und der Wiedergutmachung und legt dem Beichtenden als Ausdruck seines Umkehrwillens eine Buße (meistens in Form eines zu verrichtenden Gebetes) auf. Im Namen des dreifaltigen Gottes spricht der Priester ihm im Auftrag der Kirche die Vergebung zu: „Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

In regelmäßigen Abständen bieten wir in der Pfarreiengemeinschaft Beichtgelegenheiten in den jeweiligen Pfarreien an.

Zur Vorbereitung der heiligen Beichte können Sie gerne das Gotteslob ab der Seite 599 aufschlagen. Hier finden Sie eine Gewissenserforschung, Gebete und passende Bibelstellen.

Gerne bieten wir auch Beichtgespräche an. Sprechen Sie uns diesbezüglich an.