Oberbechingen

St. Michael

Erbaut wurde die Kirche St. Michael im 1595 – 96.

Oberbechingen war zur Zeit der Erbauung der Kirche Hofmark. Der Inhaber, Hans Caspar Rott von Schreckenstain, der zugleich auch als Pfleger in Gundelfingen tätig war, habe den Anstoß für die Errichtung einer größeren und zeitgemäßeren Pfarrkirche gegeben. Der Vorgängerbau war eine Chorturmkirche, die abgebrochen sei.

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Gilg von Velten, ein welscher Meister, habe „alle Mauers arbeit“ im Jahre 1595 ausgeführt und dafür 290 Gulden erhalten. Die Zimmermannsarbeiten habe Bartholomäus Holler aus Lauingen besorgt, dem dafür im Jahre 1595 an Geld 225 Gulden ausbezahlt wurde. Im Chor der Pfarrkirche sei der bereits am 24. August 1596 verstorbene Hand Caspar Rott von Schreckenstain beigesetzt worden. Ein prächtiges Epitaph mit dem Relief der Auferstehung Christi erinnere an ihn.

Innenraum

In der Rokokozeit wurden die Deckenfresken im Chor und im Langhaus von Johann Anwander aus Lauingen im Jahre 1766 bemalt. Im Chor ist die seltende Szene zusehen, wie der hl. Sebastian der Christin Lucina erscheint und ihr den Ort mitteilt, wo sein Leichnam zu finden ist. Das Deckenfresko des Langhauses zeigt das Jüngste Gericht. Bemerkenswert sei eine Kartusche mit einer Grisaille auf der Nordseite, die Johann Martin Eyberger, mit dem Kirchenmodell zeigt, der von 1755 -1772 als Pfarrer in Oberbechingen wirkte.


Gottesdienste

So. 29.01. 10:00Pfarrgottesdienst zu Lichtmeß, verst. Angeh.
Do. 02.02. 18:00Rosenkranz
So. 05.02. 18:30Pfarrgottesdienst, Hildegard Schwegelbauer v.d.Stiftung
Di. 07.02. 14:00Seniorenfasching der PG im Pfarrheim Wittislingen
Do. 09.02. 18:30Heilige Messe, zu Ehren der Muttergottes

Kirchenpatron

"Wer ist wie Gott?".

Der Name des Erzengels Michael stammt aus dem Hebräischen und bedeutet

"Wer ist wie Gott?"

In der Offenbarung des Johannes befördert Michael mit seinen Engeln den Satan, der dort als Drache bezeichnet wird, aus dem Himmel: "Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen, aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel. Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt, und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen." (Offenbarung 12,7-9).

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Der Engel mit dem Flammenschwert

Auf diese Bibelstelle geht eine Legende zurück: Gott hatte, bevor die Erde entstand, ein großes Heer von Engeln und Erzengeln erschaffen. Einer von ihnen hieß Michael, ein anderer Luzifer – "Lichtträger". Dieser war auserwählt, das Licht vor dem Thron Gottes zu hüten. Eine Schar Engel um Luzifer erhoben sich gegen Gott. Sie wollten ihm nicht mehr dienen und riefen aus: "Wir sind selbst wie Gott." Da wurde der Erzengel Michael zornig. Er sammelte die guten Engel um sich und rief Luzifer und seinen Anhängern zu: "Wer ist wie Gott?"

Es folgte ein erbitterter Kampf. Dieser endete damit, dass Michael seine Gegner mit seinem Flammenschwert an einen Abgrund drängte und hinunterstürzte. Doch Luzifer sinnt - so die Legende - immer noch auf Rache. Er setzt alles daran, die Menschen zu verführen und so von Gott zu trennen. Der Erzengel Michael aber steht auf der Seite der gottesfürchtigen Menschen. Er gilt als Beschützer aller Christen und Seelenbegleiter der Verstorbenen. In Anlehnung an den Kampf mit Luzifer wird er oft mit Schwert und Lanze dargestellt - aber auch mit einer Waage. Es heißt, dass er mit ihr die Seelen der Verstorbenen wiegt.

Der deutsche Michel

Seit dem 17. Jahrhundert ist der Erzengel Michael der Schutzpatron der Deutschen. Erst durch die Französische Revolution wurde der "deutsche Michel" zur Spottgestalt. In Karikaturen als dümmlich, spießig und mit Zipfelmütze bekleidet dargestellt, galt der Michel als Inbegriff vermeintlich deutscher Eigenschaften wie naiv, bieder, schwerfällig und engstirnig. Aber warum eigentlich musste ausgerechnet der Name Michael für den Spott der Franzosen herhalten? Einfach erklärt: Dieser Vorname war in Deutschland immer schon sehr beliebt. Es bot sich für Karikaturisten deshalb an, ihre Spottfigur ebenfalls so zu nennen.

Tag der Erzengel

Der Michaelistag ist auch als der "Tag des Erzengels Michael und aller Engel" bekannt. Ludwig der Fromme (778-840) legte den Gedenktag auf den 29. September. Michael gilt als ranghöchster Engel und wird oft mit flammendem Schwert dargestellt. Er stürzte laut der Offenbarung Lucifer aus dem Himmelsreich und erweckt beim Jüngsten Gericht mit seiner Posaune die Toten aus den Gräbern. Er ist unter anderem Schutzpatron der Deutschen und aller Soldaten.

Pfarrgemeinderat

Der Pfarrgemeinderat ist wie folgt besetzt:

  • Schmid Manfred (Vorsitzender/Pastoralrat/Dekanatsrat/Erwachsenenbildung)
  • Haschner Roswitha (stellv. Vors./Pastoralrat)
  • Gruber Heike (Schriftführerin)
  • Gruber Katrin (Jugend)
  • Müller  Theresa (Jugend)

Kirchenverwaltung

Denzelkapelle

Wegkapelle in Oberbechingen von Frank Lattke

Bruderschaft

Die Bruderschaften selbst gehen auf das ausgehende Mittelalter (13. Jahrhundert) zurück. Höhepunkt war im 17./18. JH wo beinahe in jeder Ortschaft/Pfarrgemeinde eine Bruderschaft existierte z.B. zum Hl. Sebastian/Arme-Seelen-Bruderschaft/Herz-Jesu-Bruderschaft etc. In dieser Zeit dürfte auch die Sebastiansbruderschaft in Oberbechingen entstanden sein. Hinweise darauf finden sich in der Pfarrkirche einige. Im Chorfresko ist der Hl. Sebastian zusammen mit der Christin Luzina darge-stellt. Ferner ist der rechte Seitenaltar dem Heiligen gewidmet. Auch eine große historische Holzplastik, die am Bruderschaftsfest aufgestellt wird, geben Hinweise auf die große Bedeutung der Bruderschaft für Oberbechingen und darüber hinaus.

Die Sebastiansbruderschaft kann sich in Oberbechingen über eine große Anzahl von MitgliederInnen jeder Altersschicht freuen. Um weiterhin lebendig zu bleiben zählt die Bruderschaft auf jedes Neu-/Mitglied. Anträge zur Aufnahme liegen in der Pfarrkirche aus.

Das Bruderschaftsgedenken findet immer am 20. Januar in Oberbechingen statt.

Aktuelles / Termine